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Vorlage - VO/03/15./0133  

Betreff: Straßensanierung und Hochwasserschutzmaßnahmen für die Bachstraße in Barfelde
Status:öffentlich  
Beratungsfolge:
Rat der Gemeinde Despetal Vorberatung
29.09.2016 
öffentliche Sitzung des Rates der Gemeinde Despetal geändert beschlossen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n
Anlagen:
3162-400_RQ Bachstraße A-C  
3162-400_RQ Bachstraße A-C2  
3162-100_LP PlanungMulde  
3162-400_RQ Bachstraße Mulde  

Bereits seit dem Spätsommer 2013 stand nach kritischen Hochwasserständen die Bachstraße in Barfelde erneut im Focus der Anlieger und war Gegenstand der Beratungen durch das politische Gremium. In einer 2014 erstellten lokalen Untersuchung zur Hochwassersituation der Bachstraße sind dann erstmals Ideen zur Hebung von Synergien zwischen Hochwasserschutz und möglichen Straßenbaumaßnahmen verstärkt untersucht worden. Im Ergebnis erfolgte im Frühjahr 2015 die Vorstellung der Hochwasserkonzeption Bachstraße und die Beschlussfassung die Zuwendung der Samtgemeinde in Höhe von 70.000 €, gemeinsam mit Mitteln aus dem Hochwasserschutz für eine kombinierte Sanierung und förderliche Schutzmaßnahme zu verwenden.

Vor dem Hintergrund der sich zusätzlich ergebenden Ausweitung der Hochwasseruntersuchung für das ganze Despetal, unter Beteiligung des Amtes für regionale Landesentwicklung (Bereich Flurbereinigung), der unteren Wasserbehörde des Landkreises Hildesheim, des Leineverbandes und der Gemeinde Despetal, galt es die Aktivitäten in der Bachstraße vorerst ruhen zu lassen, um ggf. keinem Gesamtkonzept zu schaden.

Mit Vorliegen dieses Gesamtkonzeptes und der kurzen Vorstellung im Frühjahr dieses Jahres erfolgte die Wiederaufnahme der Planungen zur Umsetzung durch die Verwaltung. 

Wie bereits in mehreren Beratungen vorgetragen, ist die Bachstraße im dringenden Sanierungsbedarf einzuordnen. Eine angedachte alleinige Bearbeitung durch die Mitarbeiter der Verwaltung konnte durch längeren Krankheitsstand nicht wie geplant umgesetzt werden. Daher erfolgte für Teilleistungen die Einbeziehung des Büros Richter und die zwischenzeitliche planerische Aufarbeitung, Mengenermittlung und Erstellung von Vergabeunterlagen.

Zum Kanalzustand besteht aufgrund der in den letzten Jahren durchgeführten Sanierungsarbeiten der Samtgemeinde kein Handlungsbedarf. Damit konnte sich die Planung auf den Straßenbau unter Beachtung des Hochwasserschutzes beschränken. Die vorliegenden Asphaltuntersuchungen und Nachuntersuchungen im Sommer dieses Jahres, haben dabei folgende positive Planungsbasis aufgezeigt. Im Prüfergebnis zeigt die Bachstraße bituminöse Aufbauten mit Schichtdicken von 12 bis 16 cm und bindigen Auffüllungen bis ca. 70 cm unter Geländeoberkante. Die Asphaltschichten sind asbestfrei und nur ein Teilbereich im Bereich der Brücke ist PAK belastet. Die Auffüllungen zeigen lediglich im Maß des organischen Anteils für den Verwertungsfall der Deponierung erhöhte TOC Werte. Diese sind aber normal bei Überflutungsbereichen an Gewässern.

 

Prinzipiell entspricht der vorhandene Bauzustand noch den Anforderungen an die Frostsicherheit. Damit kann auf einen Vollausbau verzichtet werden und eine Sanierung der Asphaltdeckschicht erfolgen. Vor diesem Hintergrund ist eine Idee aus der Hochwasseruntersuchung zur Bachstraße, die großflächige Tieferlegung der Bachstraße und Nutzung des Überflutungsbereiches als Retentionsraum des Gewässers, unwirtschaftlich. Vor dem Hintergrund der möglichen Hochwasserspiegelabsenkung um wenige Zentimeter, ist es in Rücksprache mit dem Ersteller der Untersuchung, vertretbar die Schutzoption zu vernachlässigen und andere geeignete Maßnahmen im Rahmen des Gesamtkonzeptes Despetal zu optimieren.

Aufgrund der zur Verfügung stehenden Finanzmittel und unter dem Aspekt der Despe in der Bachstraße wieder „mehr Raum“ zu geben sieht die jetzige Planung ein Abfräßen der Deckschicht auf 4 cm vor. In einer Ausbaubreite von 3,60 m erfolgt anschließend der bituminöse Ausbau um zukünftig weiterhin die Nutzung auch mit landwirtschaftlichem Großgerät sicher zu stellen. Daran anbindend ist ein ca. 1m breiter Bankettbereich aus Schotterrasen vorgesehen der auch den Begegnungsfall  PKW / PKW mit eingeschränktem Bewegungsspielraum sicherstellt. Für den Begegnungsfall PKW / Landmaschine oder PKW / LKW stehen Ausweichstellen in Knotenpunkten von Grundstückszufahrten zur Verfügung, welche durch die Einsehbarkeit der Bachstraße vertretbar sind. Oberflächenwasser und überstauendes Hochwasser fließt über das Quergefälle direkt in die Despe ab.

 

Im Ostende der Bachstraße, im Bereich vor der Brücke zur L482 erfolgt die Erneuerung im Vollausbau. Zum einen ist für diesen Bereich das Abfräßen des Asphalts wegen der Schadstoffbelastung nicht möglich und zum anderen erfolgt hier die Umsetzung eines Punktes des Hochwassergesamtkonzeptes durch Anlage einer Flutmulde. In der Vergangenheit hat sich immer wieder der Aufstau an der Brückenplatte in Kombination mit Treibgut als Problem erwiesen. Durch die mögliche Ausmuldung der Fahrbahn um ca. 50 cm entstehen zwar ca. 10%ige Rampungen, aber auch die Möglichkeit fast 1m³ pro Sekunde an der Brücke vorbei abzuleiten, bevor es zum Aufstau an der Brückenplatte kommt. Eine Untersuchung statt der Flutmulde hier mittels Bypassrohren die Entlastung zu schaffen ist erfolgt und nicht empfehlenswert. Zum einen ist die gleiche Wirksamkeit nur gegeben bei Einbau eines großen Rohrquerschnitts, zum anderen entstehen abgesehen von den höheren Investitionskosten Unterhaltungskosten zum Freihalten der Verrohrung. Durch die tiefere Lage zum Gewässerspiegel erfolgt zudem die häufigere Inanspruchnahme. Schutzmaßnahmen mittels Gitter und eine weniger flexible Handhabung durch die Einsatzkräfte der Feuerwehr stehen dem zudem entgegen.

 

Weitere abgestimmte Hochwasserschutzmaßnahmen umfassen die Nachprofilierung und Reduzierung der straßenseitigen Uferböschung, die Anlage einer Berme oberhalb des Regelabflusses sowie die Entfernung von Auflandungen unter den Brückenbauwerken.

 

Zu diesen Arbeiten erfolgte die Versendung der Ausschreibungsunterlagen zur Durchführung eines beschränkten Vergabeverfahrens an folgende Unternehmen, die sich bei Straßen- und Tiefbaumaßnahmen im Gebiet der Samtgemeinde als fachkundig und zuverlässig erwiesen haben.

 

Die Vergabeunterlagen wurden von 9 Firmen angefordert.

 

Hermann Meyer, Erd-, Tief u. Straßenbau GmbH

 

Albert Fischer GmbH

 

Negenborner Baugesellschaft mbH

 

Bauunternehmung Ing. Dieter Benckendorf GmbH

 

Gustav Schröder GmbH

 

Mtb GmbH

 

Constabel GmbH

 

Pyrmonter Tiefbau Knauer GmbH

 

NN-Bau, Herr Neitz

Abgesagt aus Kapazitätsgründen

Die Submission erfolgt erst am 20.09.2016, so dass noch keine Ausschreibungsergebnisse in dieser Vorlage dargestellt werden können. Die Auswertung der erwarteten Angebote durch die Verwaltung und Prüfung durch das Rechnungsprüfungsamt erfolgen unmittelbar mit Einreichung durch die Bieter. Das finanzielle Ergebnis der geprüften Angebote wird zur Sitzung in einer Tischvorlage vorgestellt.

Grund für die Berufung eines Rates vor dem nächsten Termin ist die abschließende Fertigstellung der Baumaßnahme noch in diesem Jahr. Der Baubeginn soll zum 10.Oktober erfolgen. Die Bauzeit ist auf ca. 5 Wochen geschätzt, so dass einschließlich Oktober die Asphaltarbeiten herstellbar sein sollten. Damit könnte die Baumaßnahme in Abhängigkeit von der Witterung vor der üblichen Schließung der Asphaltmischwerke im November im Bereich Asphalt und im Anschluss im Erdbau durchgehrt werden.

Bei Verzögerung zur Auftragserteilung um 2-3 Wochen ist von einer Hemmung der Baumaßnahme bis voraussichtlich April 2017 auszugehen.


Beschluss:

 

Ist in der Sitzung mittels Tischvorlage zu formulieren.

 

 

 

 


Voraussichtliche Kosten und haushaltsmäßige Auswirkungen:

Im Haushaltsplan der Gemeinde Despetal stehen unter dem Produkt 54110.09620000 Projekt 001 Mittel in Höhe von 70.000 € für den Straßenbau zur Verfügung. Für die anteiligen Arbeiten des Hochwasserschutzes stehen unter 55210.09620000 Projekt 026 Mittel in Höhe von 30.000 € zur Verfügung.

 

Auswirkungen auf die Umwelt, auf Schwerbehinderte und von frauenpolitischer Bedeutung:

 

Durch den Straßenbau erfolgt keine weitere Versiegelung von Oberfläche, da er sich in den bereits vorhandenen Ausbautrassen bewegt. Hinsichtlich der Arbeiten am Gewässer ist der unbestrittene Eingriff als notwendige Schutzmaßnahme zu verstehen und unter den Gesichtspunkten der Gewässerverträglichkeit mit geeignetem Gerät auszuführen. Unkontrollierte Ausuferungen im Falle eines Hochwassers mit Abfluss durch die Siedlungsbebauung führt durch das unkontrollierte vermischen mit häuslichen Betriebsstoffen (Heizöl, Kfz Betriebsmittel, Kunststoffe usw.) zu größeren Schäden.

 

 

 

Mertens


Anlagen:

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 3162-400_RQ Bachstraße A-C (140 KB)      
Anlage 2 2 3162-400_RQ Bachstraße A-C2 (130 KB)      
Anlage 3 3 3162-100_LP PlanungMulde (247 KB)      
Anlage 4 4 3162-400_RQ Bachstraße Mulde (162 KB)